Panoramaaussicht vom ‘Top Of Yebisu

Tokio

In Japan trifft man fast ausschliesslich auf zwei Religionen, dem Shintoismus und dem Buddhismus. Gemäss dieser Religionen wird auch zwischen Schrein und Tempel unterschieden; ähnlich wie wir zwischen Kirchen und Synagogen unterscheiden.

Man erkennt den Unterschied auch schon im Namen. Die Endung -ji deutet auf einen Tempel hin, während -jingu für Schreine steht. Weitere Merkmale eines Tempels sind der Duftrauchbrenner, das Abbild eines Buddhas und des öfteren eine Pagode in der Umgebung des Tempels.

Duftrauchbrenner vor dem Eingang
Duftrauchbrenner vor dem Eingang

Beim Eingang eines Schreins sind meist Abbilder von Hunden oder Löwen zu finden. Einen Schrein betritt man immer durch ein sogenanntes torii und in der Nähe des Einganges findet man Brunnen um den Mund und die Hände vor dem Gebet zu waschen.

Sensō-ji

Der Sensō-ji (金龍山浅草寺) ist der älteste Tempel Tokyos und daher immer sehr gut besucht. Er ist der buddhistischen Gottheit Kannon gewidmet. Bei ihr suchen die Menschen Trost und Glück.

Der bekannteste Zugang ist über das Eingangstor Kaminari-mon (Donnertor) mit der grossen, roten Laterne. Links und rechts erkennt man die Gottheiten Fujin-sama und Raijin-sama, den Gott des Donners und den Gott des Windes.

Gleich hinter dem Tor startet die Nakamise Dori, eine Strasse mit zahlreichen Shops für Souvenirs und guten Snacks. Man könnte denken, dass diese Strasse erst später errichtet wurde um den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen aber anscheinend war die Nakamise schon in der Edo Zeit vorhanden!

Nicht nur die Hauptstrasse, sondern auch die Seitengassen bieten unzählige Motive.

Geht man durch das zweite Gate(Hozomon Gate) gelangt man zum Haupttempel. Das Gate hat ebenfalls eine riesige rote Laterne und auf der Rückseite sind zwei übergrosse Sandalen an den Wänden angebracht. Ein Sandale wiegt 500kg!

Egal was man fotografiert, es sind praktisch immer noch andere Personen auf dem Foto. Die Situationen ändern sich fortlaufend und meist ist es das beste, an einem Ort einfach abzuwarten bis sich interessante Motive “ins Bild” bewegen. Ich fand zum Beispiel die farbenfrohe, traditionelle Kleidung ein gutes Fotomotiv.

Beim zweiten Gate ist die fünfstöckige Pagode gut zu sehen. Sie ist eine Art Grabstätte und nur für Angehörige zugänglich. Im obersten Stock befindet sich die Asche von Buddha die von der Regierung von Sri Lanka zwecks guter Beziehungen zu Japan übergeben wurde. Fünf Stockwerke wegen der fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Wind und Luft.

Der Aufbau ist äusserst stabil und hält Erdbeben locker stand. Er war Vorbild für heutige Wolkenkratzer und auch für den modernen Tokyo Sky Tree, der ganz in der Nähe erbaut wurde. Zu Fuss ist er vom Sensō-ji in wenigen Minuten erreichbar.

Sky Tree

Der Turm verschmelzt moderne und traditionelle Baukunst. Wie die mehrgeschossigen Pagoden besteht das Bauwerk aus einem inneren zentralen Schacht der für die Stabilität sorgt. Der äussere Stahlrahmen ist “unabhängig” vom Gebäudekern und kann sich relativ zum Schacht frei bewegen, was entscheidend für die Minimierung der Erbebenschwingungen ist. Der Sky Tree1 soll Erdbeben bis zu einer Stärke von 7,9 überstehen können.

Der Name Sky Tree lässt sich aus der Struktur des Fundamentes ableiten. Die Befestigungen verzweigen sich wie Wurzeln 50 Meter tief in die Erde.

Tsukiji Fischmarkt

Der Tsukiji Fischmarkt (築地市場) ist nur noch bis Oktober 2018 in dieser Form vorhanden, da an der aktuellen Stelle bereits für die Olympiade 2020 gebaut werden soll. Wir haben während unserem kurzen Besuch nur die äusseren Märkte durchwandert. Wer nicht auf die Thunfischauktion will, kann ab 11 Uhr den inneren Teil des Marktes besuchen.

Beim erkunden der zahlreichen Gassen, erhält man einen interessanten Einblick in die Vielfalt der essbaren Meerestiere.

Beim Thunfisch zum Beispiel werden acht verschiedene Arten unterschieden. Erst nachträglich konnte ich dann nachlesen, dass der Blauflossenthun(siehe Stand unten) zu den teuersten Thunfischarten gehört und für Delikatess-Sushi verwendet wird. Die meisten Arten sind aber leider schon auf der Roten Liste der IUCN.

Akihabara

Ein anderer interessanter Bezirk ist Akihabara(秋葉原). Dort sind hauptsächlich Elektronik-Shops und viele Manga bzw. Anime-Shops zu finden. Elektronik bedeutet, dass vom einzelnen Transistor oder Ersatzteil für seinen Roboter bis hin zum 8K Fernseher alles zu finden ist.

Für Fotografen ist vor allem der Yodobashi-Akiba zu empfehlen. Bestellen kann man heutzutage ja praktisch alles von zu Hause aus, aber man findet nur noch selten ein Geschäft, dass praktisch alles “zur Ansicht” auf Lager hat. Hier nur ein Beispiel, das die Auswahl an Stativen zeigt:

Schon während des Tages sind die Häuserfronten mit den unzähligen Reklametafeln ziemlich imposant.

Harajuku

Ein weiteres unglaublich belebtes Stadtviertel von Tokyo ist Harajuku (原宿). Wir waren an einem Samstag und während der Golden Week dort, was sicher einer der maximal ungünstigsten Zeitpunkte bezüglich Menschenmassen ist. Aber egal, auch das sollte man erlebt haben. Die bekannte Takeshita Strasse sieht dann wie folgt aus:

Zwischendurch konnten wir uns aber in den Seitenstrassen mit ausgezeichnetem äthiopischen Eiskaffee stärken.

Meiji-jingu

Der Meiji-jingu Schrein (明治神宮) liegt gleich angrenzend zum Bezirk Harajuku und lässt sich daher gut miteinander verbinden. Der Eingang ist durch ein grosses, hölzernes torii markiert. Es entpricht in Form und Grösse exakt dem damaligen Original und ist aus 1500 Jahre altem Zypressenholz hergestellt.

Ein schattiger Weg führt an einer wunderschönen Wand aus Sake-Fässern vorbei. Diese Fässer werden jedes Jahr von Mitgliedern des Meiji Jingu Sakebrauereiverbandes dem Kaiser Meiji und der Kaiserin Shōken als Dankopfer gespendet.

Beide sind in diesem Schrein begraben. Hier ein “Gruppenfoto” des Kaisers mit seiner Familie. In Sachen Lizenzrechten muss man heute ja immer besonders vorsichtig sein, aber gemäss Wikimedia ist dieses Bild lizenzfrei, da der Erschaffer des Bildes vor mehr als 50 Jahren verstorben ist.

Königsfamilie um 1900.
Königsfamilie um 1900.

Alte Familienportraits und alte Portraits im Allgemeinen finde ich immer sehr interessant und ich würde gerne Portraits im Sinne dieses alten Stils fotografieren. Die Personen sind meist sehr ernst und in aufwendigster Kleidung dargestellt. In einer solchen Aufnahme steckt viel Zeit und Aufwand. Heutzutage hat man nur noch für einen schnellen Selfie Zeit.

Eigentlich wollte ich ein Originalfoto verwenden, aber ich denke für obiges Gemälde war ohnehin genau dieses Foto die Vorlage (durch Zufall entdeckt). Es wurden nur die Positionen der Personen leicht verändert.

Am Wochenende, speziell am Sonntag, finden im Meiji Schrein auch oft traditionelle Hochzeiten statt, aber auch sonst gibt es unzählige Motive.

Das Gebiet ist gross und im Inneren befindet sich noch der Meiji Jingu Inner Garden, der speziell zur Blütezeit eindrucksvoll ist.

Shibuya

Ein weiterer sehr belebter Bezirk ist Shibuya (渋谷区) mit der bekannten Kreuzung. Man sagt sie wäre eine, wenn nicht die, belebteste Kreuzung weltweit. Von oben gesehen, gibt es praktisch in alle Richtungen einen Zebrastreifen.

Obiges Bild entstand übrigends von der Aussichtsplattform die man im unteren Bild oberhalb der zwei “Köpfe” sieht.

In den Detailaufnahmen sieht man dann immer wieder, wie sich einige versuchen in Szene zu setzen.

Auch Nachts ist in Shibuya einiges los. Die zahlreichen Leuchtreklamen kommen erst dann richtig zur Geltung.

Wer Tokios Strassen aus einer etwas anderen Perspektive kennen lernen will, kann diese Maricars (maricar.com) buchen. Wie man sieht, gibt es auch spannende Nachtfahrten in Verkleidung.


  1. Mehr Details zum Aufbau und der Architektur des Sky Trees findet man hier: Slide Share ^

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