Die Millionärsformel

Das Buch “Die Millionärsformel - Der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit” von Carsten Maschmeyer erschien erstmals im Jahr 2015, mittlerweile gibt es das Buch in der 6. Auflage. Damit ist es aktuell genug um Themen wie Nullzinsphasen, Minusrenditen oder den BREXIT in die Überlegungen mit einfließen zu lassen.

Maschmeyer ist erfolgreicher Manager und Unternehmensberater in Deutschland und einigen vielleicht durch die TV-Sendung “Die Höhle der Löwen” bekannt.

Seine Millionärsformel gibt allgemeine Richtlinien wie finanzielle Unabhängigkeit erreicht werden kann, selbst in der jetzigen Nullzinsphase. Das Motto des Buches ist daher: Reichwerden ohne Zinsen.

Ähnliche Bücher zu diesem Thema sind Your Money Or Your Life und Unshakeable.


Seit Jahren ist es schwierig, sein Geld gewinnbringend (und sicher) anzulegen. Das Sparbuch bietet so gut wie keine Zinsen und auch die beliebten Staatsanleihen haben zum Teil sogar negative Renditen.

Zum Beispiel war die zehnjährige deutsche Bundesanleihe im Juni 2016 erstmals in der Geschichte unter null Prozent. Und jetzt, etwa zweieinhalb Jahre später, gibt es die zehnjährige Anleihe erneut zu einer negativen Rendite. Auch die Schweiz und Japan zahlen negative Renditen auf zehnjährige Staatsanleihen.

Der Käufer der Staatsanleihe zahlt also Zinsen, dass er dem Staat sein Geld leihen darf. Für den Staat ist damit die Aufnahme von Schulden sogar ein profitables Geschäft.

Die Immobilienpreise sind so hoch wie nie und an die großen Schwankungen am Aktienmarkt, muss man sich als Neueinsteiger auch zuerst gewöhnen.

Was soll man also mit seinem Geld machen?

Mit traditionellem Sparen kommt man nicht ans Ziel. Leider wird an keiner Grundschule der praktische Umgang mit Geld gelehrt. Der Durchschnitt der Deutschen verbringt vier Stunden am Tag vor dem Fernseher, beschäftigt sich aber nicht einmal eine Minute pro Tag mit den eigenen Finanzen. Für finanzielle Vorsorge und Altersvorsorge wird weniger als 15 Minuten pro Monat aufgebracht (S. 21).

Die Methode sollte in allen Wirtschaftslagen funktionieren (siehe auch Unshakeable) und damit universell gültig sein. Das größte Hindernis bei der Umsetzung ist meistens mangelnde Konsequenz, zu große Gier oder schlichte Unkenntnis. Daher ist es wichtig, sich gewisses Grundwissen anzueignen.

Die vorgestellte Methode bzw. die “Millionärsformel” ist eine Sammlung von Prinzipien, die man idealerweise schon früh (als junger Mensch) anwenden sollte. Denn Zeit ist ein entscheidender Faktor.

Die Formel

Laut Maschmeyer fängt alles mit der richtigen Einstellung und klaren Zielen an. Wer selbst keinen Drang nach finanzieller Unabhängigkeit verspürt oder generell mit dem Thema Geld nichts anfangen kann, wird sich bei der Umsetzung eines Planes viel schwerer tun.

Zukunftskonto

Der erste Schritt ist die Einrichtung eines sogenannten “Zukunftskontos”. Auf dieses wird jeden Monat mindestens 10% des Monatsnettoeinkommen überwiesen. Idealerweise wird dies über einen Dauerauftrag eingerichtet, sodass die Überweisungen monatlich automatisiert durchgeführt werden.

Auf diesem Konto soll das Geld arbeiten. Zinsen bleiben auf dem Konto, es wird nichts abgeschöpft. Der Zinseszins soll voll zur Geltung kommen. Je früher man damit anfängt, desto besser; denn Zeit spielt eine entscheidende Rolle. Die Sparquote von 10% sollte jährlich überprüft werden, denn vielleicht sind ja doch mehr als zehn Prozent möglich.

Die automatisierten Abbuchungen zu Beginn jeden Monats sorgen für das gute Gefühl, sich selbst als erstes bezahlt zu haben. Über spätere Ausgaben für Spaß und Hobbys muss nicht mehr nachgedacht werden, denn in das Zukunftskonto wurde bereits eingezahlt.

Do not save what is left after spending, but spend what is left after saving.

Warren Buffett

Notfallkonto

Als zweiter Schritt wird ein sogenanntes “Notfallkonto” eingerichtet. Auf diesem werden drei Monatsgehälter angespart. Das Konto sollte möglichst liquide sein und bringt daher auch weniger Rendite als das Zukunftskonto. Dieses Konto ist, wie der Name schon sagt, nur für Notfälle. Notfälle sind zum Beispiel, wenn wir durch einen Unfall vorübergehend arbeitsunfähig sind oder unseren Arbeitsplatz verlieren. Das Notfallkonto hilft uns, diese Zeit besser zu überbrücken.

Einkommen erhöhen

Der dritte Schritt behandelt das Einkommen. Wenn unser Ziel höhere Sparraten für das Zukunftskonto ist, dann wäre ein höheres Einkommen sicher hilfreich. Dies kann zum Beispiel mit Gehaltsverhandlungen, Weiterbildungen oder auch mittels eines Nebenjobs erreicht werden.

Speziell für einen Zweitjob sollte man sich aber die Fragen stellen: Was mache ich wirkliche gerne? Was erfüllt mich? Was macht einem Spaß und worin ist man gut? In der heutigen Zeit gibt es unzählige Möglichkeiten flexible Zusatzjobs auszuüben. Das Geld sollte bei einem Nebenjob nicht die Hauptrolle spielen, denn sonst stimmt am Ende zwar der Kontostand, emotional ist man aber bereits pleite (S. 88). Schlussendlich heißt arbeiten nichts anderes als, Lebenszeit durch Geld einzutauschen (siehe auch Your Money Or Your Life). Die Balance ist wichtig.

Ausgaben senken

Der vierte Schritt ist die Erstellung eines Finanzplans. Am besten zieht man die 10% für das Ansparen auf das Zukunftskonto von den zur Verfügung stehenden Einnahmen gleich ab und macht anschließend das Budget für die monatlichen Ausgaben. Denn durch die Reduktion der Ausgaben lässt sich ebenfalls Sparen und dadurch das Zukunftskonto noch schneller füllen. Einsparen ist gleichbedeutend mit Sparen.

Wenn das Notfallkonto genügend gefüllt ist und auf das Zukunftskonto monatlich genügend überwiesen wird, kann der verbleibende Betrag mit gutem Gewissen für Spaß verwendet werden. Die Finanzsituation ist klar, ein Plan liegt vor, alles wichtige ist automatisiert, das Verbleibende kann ausgegeben werden.

Sämtliche Konsumschulden und Kreditkartenschulden sollten aber zuvor noch abbezahlt werden (Entschuldung). Die Hypothek auf das eigene Heim zählt hier natürlich nicht dazu.

Investieren

Das Geld auf dem Zukunftskonto muss gut angelegt werden. Früher (70er und 80er) war es schon lukrativ sein Geld einfach zu Bank auf ein Sparbuch zu legen. Dies gab Zinsen im Bereich von 3% bis 5%. Heutzutage definiert der niedrige Leitzins der Zentralbanken auch die Kapitalmarktzinsen. Zinsen auf Sparbücher, Tagesgelder und Festgelder sind praktisch auf null.

Leitzinsen US, Deutschland und EU
Leitzinsen US, Deutschland und EU

Inzwischen sind Negativzinsen keine Seltenheit. Privatkunden werden für das Sparen praktisch bestraft. Bei sehr niedrigen Zinsen bzw. bei einem Zinssatz von null gibt es natürlich auch keinen Zinseszinseffekt. Das Konzept von Ansparen und warten funktioniert demnach nicht mehr.

Die Zinsen werden auch nicht so schnell wieder steigen, denn ein höherer Leitzins würde die Krisenstaaten in der EU mit den dadurch verbundenen höheren Schuldzinsen schwer belasten. Politisch ist dies gar nicht gewollt. Die niedrigen Zinsen wirkt sich auch auf die Anleihen aus. Auch diese bringen praktisch keine Rendite mehr.

Zusätzlich muss auch die Inflation mit eingerechnet werden. Diese liegt derzeit in der EU bei 1,9 Prozent. Das Geld verliert dadurch jährlich an Kaufkraft. Bei 0% Sparbuchzinsen nimmt die Kaufkraft des Kapitals um die Inflationsrate jährlich ab. Aber auch dies ist politisch gewollt, denn dadurch verlieren auch die Staatsschulden an Wert. Inflation bestraft Sparer und belohnt Schuldner.

Ein Weg dem entgegenzuwirken ist der Wechsel vom Zinsmodell auf das Renditemodell. Das heißt, das Geld muss unter anderem in Immobilien und Aktien angelegt werden, da Sachwerte besser gegen die Inflation geschützt sind. Über einen längeren Haltezeitraum (15 Jahre und mehr) erzielt man mit Aktien die besten Renditen.

Dabei sollte man nicht versuchen aus eigener Kraft besser, als der Markt zu sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat man dafür zu wenig Kompetenz und nicht die nötige Zeit. Selbst wenn man durch Glück eine Aktie gekauft hat, die stark gestiegen ist, ist das noch lange kein erfolgreiches Investment. Denn dazu gehört auch der erfolgreiche Ausstieg, sprich der Verkauf. Dies kann ebenso schwierig sein, wie die Wahl der Aktie. Wer verkauft schon zum richtigen Zeitpunkt? Zeitdauer schlägt Zeitpunkt. (S. 177)

Statt Aktien aktiv zu handeln ist es daher besser, passiv in ein gut diversifiziertes ETF-Portfolio (Indexfonds) zu investieren. Dies am besten mittels eines Sparplans mit fixen monatlichen Einzahlungen. -> Cost-Average-Effekt

Das gleiche Prinzip kann man auch für Auszahlungen anwenden: der Sell-Average-Effekt. Jeden Monat bezieht man eine fixe Summe, für die man Anteile verkauft. Bei hohen Kursen, muss man weniger Anteile verkaufen.

Immobilien

Immobilien sind bewohnbares Vermögen (S. 201).

Die Immobilie muss zum eigenen Lebensstil passen, das heisst, sie muss bezahlbar sein. Die Ausgaben (Rückzahlung der Hypothek) sollten nicht mehr als 40% des Nettoeinkommens sein. Ein Kauf sichert einem gegen Mieterhöhung und nicht vorhersehbare Kündigungen ab.

In der Regel fährt man mit einem Immobilienkauf besser, allerdings kommt es auf viele Faktoren an: Lage, Verhandlungsgeschick beim Kaufpreis, Entwicklung der Umgebung, Zinshöhe etc.

Wer Wohneigentum besitzt, zahlt statt Miete einfach Zinsen und die Tilgung entspricht einem monatlichen Sparbetrag. Anstatt einer zusätzlichen Sparrate wird das Geld in den Kredit einbezahlt. Wenn diese Rechnung aufgeht, das heißt die Zahlungen in etwa in der gleichen Höhe liegen, wie früher die Miete, dann ist ein Kauf zu überlegen.

Es kann klüger sein, das schlechteste Haus in der besten Straße zu kaufen, als das beste Haus in der schlechtesten Straße.

(S. 214)

Je höher die Zinsen, desto wichtiger ist eine schnelle und frühzeitige Tilgung.

Laut einer Studie sind Immobilienbesitzer wohlhabender als Haushalte ohne Wohneigentum (S. 223). Dies hängt damit zusammen, dass viele Haushalte durch die regelmäßigen Zins- und Tilgungsleistungen indirekt zu mehr Spardisziplin gezwungen sind. Denn eine Hypothek kann nicht so einfach gestoppt werden, weshalb man automatisch gezwungen wird, die anderen Ausgaben zu optimieren.

Altervorsorge

Die Lücke zwischen Lohn und Rente sollte möglichst klein gehalten werden. Nur so kann man den gewohnten Lebensstandard beibehalten. Man ist daher gut beraten, sich rechtzeitig mit der Höhe der Altersvorsorge auseinanderzusetzen (Rentenplanung). Antworten auf nachfolgende Fragen müssen im Vorfeld beantwortet werden: In welchem Alter möchte ich in Rente gehen? Welchen Lebensstandard brauche ich später mindestens? Ja nachdem wie man obige Fragen beantwortet, sind eventuell zusätzliche Ansparmodelle erforderlich.

Kapital erhalten

Es gilt das Vermögen zu erhalten. Je älter man ist, desto weniger Risiko sollte man mit der Kapitalanlage eingehen. Das heißt, das Kapital muss vor Wertverlusten (z.B. Inflation) und auch allen sonstigen Verlusten (z.B. Kursverluste) bestmöglich geschützt werden.

Das Portfolio sollte daher gut diversifiziert sein. Nicht alle Eier in einen Korb legen (S. 247) ! Dazu müssen verschiedene Anlageklassen berücksichtigt werden: Aktien, Anleihen, Immobilien, Gold, … Die Anteile werden prozentual festgelegt und regelmäßig (z.B. jährlich) angepasst (=Rebalancing).

Selbstständigkeit

Von den 100 reichsten Menschen der Welt sind die allermeisten Unternehmer. Man arbeitet für sich selbst, trägt aber auch das ganze Risiko. Man muss kreativ sein, einen ausgeprägten Geschäftssinn haben und ein strenges Arbeitsethos. Die Chance auf Reichtum ist die Belohnung für die erhöhte Risikobereitschaft.

Das Leben bezahlt sie nicht für das, was sie Wissen, sondern für das, was sie tun.

(S. 337)

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