Schloss Vaduz

Gebäude aus dem Mittelalter haben immer etwas Faszinierendes an sich; speziell Burgen und Schlösser. Wann spricht man aber von Burg und wann von einem Schloss?

Die Geschichte des Schlosses Vaduz beginnt bereits im 12. Jahrhundert. Zuerst als Burganlage mit dem zentralen Hauptturm in der Mitte (in der Burgenliteratur Bergfried genannt).

Die Burg wurde stetig erweitert, 1499 niedergebrannt und später von Ludwig von Brandis wiederhergestellt. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts ist das Anwesen im Besitz der Fürsten von Liechtenstein. Nach einer Zeit des zunehmenden Verfalls wurde die Burg dann Anfang des 20. Jahrhunderts durchgreifend erneuert und erweitert.

Burg oder Schloss?

Burgen wurden im Mittelalter als Wohnbauten mit Verteidigungsanlagen entworfen. Sie bestanden meist aus einem massiven Wohnturm, Nebengebäuden wie Ställen und einer Schutzmauer. Zur Unterstützung der Verteidigung wurden sie in der Höhe erbaut oder mit einem Burggraben umgeben. Der Fokus liegt also auf der Verteidigung; Burgen sind massive Verteidigungsanlagen.

Rückt die Außenwirkung mehr in den Vordergrund (Repräsentation) bzw. das Verteidigen in den Hintergrund, und wird die Burganlage durch Luxus und Prunk wie Gärten und Zusatzgebäude aufgewertet, dann kann die Anlage als Schloss bezeichnet werden. Früher waren die Begriffe aber austauschbar, denn das Wort «Schloss» verwies im wörtlichen Sinne auf das Schloss, mit dem das Tor zur Burg verschlossen wurde. Das Wort kam erstmals im 13. Jahrhundert auf und verwies auf einen befestigten, verschließbaren Bau.

Eine klare Regel für die Bezeichnung gibt es also nicht. Wenn man das Schloss Vaduz zum Beispiel mit dem Schloss Neuschwanstein vergleichen würde, dann sieht das Schloss Vaduz – im Sinne der Außenwirkung (diese liegt optisch doch eher bei der Verteidigung, zumindest aus dieser Perspektive) – wohl doch eher wie eine Burg aus.